Gemeinde Dürnten
Die Gemeinde Dürnten liegt im Zürcher Oberland zwischen dem Bachtel und dem Pfäffikersee. Entdecken Sie auf der interaktiven Satellitenkarte die vielfältigen Naturschutzgebiete, Riedflächen und Weiher unserer Gemeinde.
Tipp: Zoomen Sie hinein, um die einzelnen Naturschutzgebiete wie Dachsloch, Loch Gerblen oder den Schulweiher zu entdecken.
Unsere Schutzgebiete
Der Naturschutzverein Dürnten betreut und pflegt mehrere wertvolle Lebensräume in unserer Gemeinde. Jedes dieser Gebiete beherbergt seltene Tier- und Pflanzenarten, die auf unseren Schutz angewiesen sind.
Dachsloch
Überregionales Schutzobjekt (Kanton)
Das Dachsloch ist die grösste Riedfläche der Gemeinde Dürnten. Im Zentrum und im Westteil befinden sich Schilfflächen, im Ostteil sehr schöne Kleinseggen- und Pfeifengraswiesen, umgeben von Eichen, Erlen, Weiden und Gebüsch. Drei Weiher wurden 1979 ausgehoben.
Hier gedeihen seltene Orchideen wie Fuchs-Fingerwurz, Mücken-Handwurz und Manns-Knabenkraut. Bei den Tieren sind Wasserfrosch, Ringelnatter und der seltene Lungenenzian-Ameisenbläuling zu Hause.
Der NVD führt jährlich Pflegeeinsätze durch: Streueschnitt, Weihersaum-Mähen und Regulierung des Wasserhaushalts.
Loch Gerblen
Kommunales Naturschutzgebiet
Die ehemalige Kiesgrube im Eichholz wurde 1982 zu einem wertvollen Biotop umgestaltet. Drei verschieden tiefe Tümpel, teils bis unter den Grundwasserspiegel, bieten Lebensraum für zahlreiche Amphibien. Ergänzt wird das Gebiet durch eine artenreiche Magerwiese und einen Föhrenwald.
Schmetterlingsfreunde kommen hier auf ihre Kosten: Aurorafalter, Schachbrettfalter, Kleiner Eisvogel und der Hauhechel-Bläuling sind regelmässige Gäste. Auch Buntspecht, Zaunkönig und Mönchsgrasmücke brüten im angrenzenden Wald.
Die Teiche werden alle 5 bis 10 Jahre wechselweise ausgehoben, die Magerwiese zweimal jährlich ab Juli geschnitten.
Schulweiher
Überregionales Schutzobjekt
Der Schulweiher und sein umgebendes Riedgebiet bilden zusammen mit dem Eichholz ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung. Das Feuchtgebiet beherbergt seltene Pflanzengemeinschaften und dient zahlreichen Amphibien als Laichgewässer.
Das Gebiet ist ein beliebtes Naherholungsziel und lässt sich gut mit einem Rundgang durch das Eichholz verbinden.
Staatsgrube
Naturschutzfläche
Die Staatsgrube ist eine weitere ehemalige Abbaufläche, die sich im Laufe der Zeit zu einem naturnahen Lebensraum entwickelt hat. Durch gezielte Pflege wird die Fläche offengehalten und bietet so Rückzugsraum für wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten.
Was gibt es noch?
Über die betreuten Schutzgebiete hinaus finden sich rund um Dürnten weitere wertvolle Naturräume:
Die Drumlinlandschaft zwischen Dürnten und Bubikon ist ein Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Rund 30 Weiher beherbergen alle vier einheimischen Molcharten – darunter den seltenen Kammmolch. Das Hochmoor wird ausschliesslich durch Regenwasser gespiesen.
Das Tannertobel überrascht mit Orchideen an den Hängen und entlang des Bahndamms: Mücken-Handwurz, Rotes Waldvögelchen und Sumpf-Stendelwurz. An den Bächen leben Wasseramsel und Gebirgsstelze.
Artenvielfalt in Dürnten
Die Gemeinde Dürnten beherbergt eine bemerkenswerte Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Von seltenen Orchideen über farbenprächtige Schmetterlinge bis hin zu scheuen Fledermäusen – hier ein Überblick über die Arten, die in unseren Schutzgebieten leben.
Pflanzen
Die Feuchtgebiete und Magerwiesen rund um Dürnten beherbergen eine bemerkenswert reiche Pflanzenwelt. In den Riedflächen des Dachslochs gedeihen geschützte Arten wie Wollgras, Sibirische Schwertlilie, Gelbe Schwertlilie, Herzblatt und Lungenenzian. Besonders wertvoll sind die Bestände von Fettblatt und Purgierlein.
Im Loch Gerblen finden sich auf der Magerwiese Wiesensalbei, Aufrechte Trespe, Wundklee, Hornklee, Wilde Möhre und Thymian. In den Weihern wachsen Froschlöffel, Rohrkolben und seltene Armleuchteralgen.
Orchideen
Dürnten ist ein wahrer Orchideen-Hotspot im Zürcher Oberland. In unseren Schutzgebieten kommen zahlreiche einheimische Orchideenarten vor:
- Dachsloch: Fuchs-Fingerwurz, Mücken-Handwurz, Manns-Knabenkraut, Fleischrote Fingerwurz, Weisse Sumpfwurz, Zweiblättrige Waldhyazinthe
- Eichholz: Braunrote Ständelwurz, Weisses Waldvögelchen, Langblättriges Waldvögelchen, Rotes Waldvögelchen, Breitblättrige Ständelwurz, Nestwurz
- Tannertobel: Mücken-Handwurz, Rotes Waldvögelchen, Langsporniges Waldvögelchen, Grosses Zweiblatt, Sumpf-Stendelwurz
Andere Pflanzen
Neben Orchideen und typischen Feuchtgebietspflanzen finden sich in Dürnten auch wertvolle Gehölze und Kräuter. In den Wäldern wachsen standortgerechte Ahorne, Eschen, Erlen und Weiden. Die Moorgebiete der Drumlinlandschaft beheimaten fleischfressende Pflanzen wie Sonnentau und Wasserschlauch – faszinierende Überlebenskünstler nährstoffarmer Standorte.
Im Frühling verwandeln Buschwindröschen, Primeln, Sumpfdotterblumen und Scharbockskraut die Waldränder und Feuchtwiesen in ein Blütenmeer.
Vogelarten
Die unterschiedlichen Lebensräume in Dürnten bieten einer Vielzahl von Vogelarten ein Zuhause. Im Eichholz und den angrenzenden Wäldern brüten drei Spechtarten: Buntspecht, Schwarzspecht und Grünspecht. Dazu kommen Kleiber, Sommergoldhähnchen, Eichelhäher und die melodische Mönchsgrasmücke.
An den Gewässern des Tannertobels sind die Wasseramsel und die Gebirgsstelze anzutreffen. In den Hecken und Gebüschen der Schutzgebiete leben Zaunkönig, Zilpzalp und Rotkehlchen – der Vogel des Jahres 2025.
Fledermäuse
In der Dämmerung werden die Fledermäuse über den Weihern und Waldrändern Dürntens aktiv. Als nachtaktive Insektenjäger spielen sie eine wichtige Rolle im Ökosystem. Alte Baumhöhlen im Eichholz und die ruhigen Gebiete rund um das Dachsloch bieten ihnen Quartier und Jagdrevier.
Der NVD unterstützt Fledermäuse durch den Erhalt von Altholzbeständen und die Montage spezieller Fledermauskästen in geeigneten Gebieten.