Themen
Naturschutz beginnt vor der eigenen Haustür. Hier finden Sie praktische Informationen und Tipps zu Themen, die uns alle betreffen – und bei denen jede und jeder einen Beitrag leisten kann.
Nistkästen
Der NVD betreut auf dem Gemeindegebiet von Dürnten über 600 Nistkästen. Diese werden von unserer Unterhaltsgruppe jährlich kontrolliert, gereinigt und bei Bedarf repariert oder ersetzt. Die Nistkästen bieten Höhlenbrütern wie Meisen, Kleiber, Gartenrotschwanz und Trauerschnäpper dringend benötigten Brutplatz – denn natürliche Baumhöhlen werden immer seltener.
Jeder Nistkasten wird dokumentiert und die Belegung erfasst. So können wir die Bestandsentwicklung der verschiedenen Arten über die Jahre verfolgen. Im November findet jeweils das Treffen der Unterhaltsgruppe statt, an dem die Ergebnisse besprochen und die nächste Saison geplant wird.
Tipp: Auch in Ihrem Garten können Sie Nistkästen aufhängen. Achten Sie auf eine Aufhängehöhe von 2 bis 3 Metern, eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten und darauf, dass die Katze keinen Zugang hat. Reinigen Sie den Kasten jeweils im Herbst.
Winterfütterung
Die Winterfütterung von Vögeln ist eine einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, unseren gefiederten Mitbewohnern durch die kalte Jahreszeit zu helfen. Besonders bei geschlossener Schneedecke und anhaltendem Frost sind viele Vogelarten auf zusätzliches Futter angewiesen.
Was füttern? Sonnenblumenkerne sind der Allrounder und werden von den meisten Arten angenommen. Meisen bevorzugen zusätzlich Fettfutter und Nüsse. Finken mögen Hanf- und Distelsamen. Amseln und Rotkehlchen freuen sich über Äpfel, Rosinen und Haferflocken am Boden.
Wichtig: Füttern Sie kein Brot, keine gesalzenen oder gewürzten Speisen. Halten Sie die Futterstelle sauber, um Krankheiten zu vermeiden. Ein überdachtes Futtersilo ist hygienischer als ein offenes Vogelhäuschen, da die Vögel nicht im Futter stehen.
Kleinstrukturen
Kleinstrukturen sind der Schlüssel zu einem lebendigen Garten und einer vielfältigen Landschaft. Asthaufen, Steinhaufen, Trockenmauern, Totholz und ungemähte Ecken bieten Unterschlupf und Lebensraum für unzählige Tierarten – von Igeln über Eidechsen bis hin zu Wildbienen und Käfern.
In den Schutzgebieten des NVD achten wir gezielt darauf, solche Strukturen zu erhalten und zu fördern. Beim Heckenschnitt bleibt Astmaterial als Haufen liegen, alte Baumstämme werden nicht entfernt, und an besonnten Stellen werden Steinhaufen für Eidechsen angelegt.
Im eigenen Garten: Schon ein kleiner Ast- oder Laubhaufen in einer ruhigen Gartenecke kann einen grossen Unterschied machen. Lassen Sie im Herbst etwas Laub unter Sträuchern liegen – Igel und Amphibien werden es Ihnen danken.
Jungvogel gefunden
Im Frühling und Frühsommer finden aufmerksame Spaziergänger immer wieder scheinbar hilflose Jungvögel am Boden. In den meisten Fällen sind diese nicht verwaist – sie sind sogenannte Ästlinge, die das Nest bereits verlassen haben und von den Eltern weiterhin gefüttert werden.
So handeln Sie richtig:
- Beobachten Sie aus der Distanz, ob die Elternvögel in der Nähe sind (mindestens 1–2 Stunden warten).
- Setzen Sie den Jungvogel nur dann um, wenn er sich an einer gefährlichen Stelle befindet (Strasse, Katzenrevier) – an einen geschützten Platz in der Nähe.
- Anfassen ist kein Problem: Vögel haben kaum Geruchssinn und nehmen Junge auch nach Berührung an.
- Nackte oder kaum befiederte Nestlinge, die aus dem Nest gefallen sind, können vorsichtig zurückgesetzt werden.
- Nur wenn der Jungvogel offensichtlich verletzt ist oder nach Stunden nicht gefüttert wird: Kontaktieren Sie die Wildvogelpflegestation Uster (044 940 17 67) oder den Wildhüter.
Igel
Der Igel – Tier des Jahres 2026 – ist ein häufiger, aber zunehmend bedrohter Gast in den Gärten von Dürnten. Mähroboter, Pestizide und aufgeräumte Gärten setzen ihm zu. Dabei ist der Igel ein nützlicher Helfer: Er frisst Schnecken, Engerlinge und andere Schädlinge.
So helfen Sie dem Igel:
- Mähroboter: Nicht in der Dämmerung oder nachts laufen lassen – die häufigste Ursache für schwere Igelverletzungen.
- Unterschlupf: Laub- und Asthaufen in einer ruhigen Ecke des Gartens bieten Igeln Schutz und Winterquartier.
- Durchgänge: Kleine Öffnungen (10 × 10 cm) in Zäunen ermöglichen dem Igel seine nächtlichen Wanderungen.
- Kein Gift: Verzichten Sie auf Schneckenkorn und Pestizide – sie vergiften die Nahrungskette des Igels.
- Wasser: Eine flache Wasserschale im Garten hilft besonders in trockenen Sommern.
Finden Sie im Spätherbst (November) einen Igel, der deutlich unter 500 Gramm wiegt, ist er möglicherweise zu leicht für den Winterschlaf. Kontaktieren Sie in diesem Fall die Igelstation Winterthur (052 232 79 65).
Hausgärten
Naturnah gestaltete Hausgärten sind wertvolle Trittsteine zwischen den Naturschutzgebieten und erweitern den Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleintiere erheblich. Gerade in Dürnten mit seinen vielen Einfamilienhäusern schlummert ein grosses Potenzial.
Tipps für einen naturnahen Garten:
- Einheimische Pflanzen: Setzen Sie auf einheimische Sträucher wie Schwarzdorn, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche oder Holunder. Sie bieten Nahrung und Nistplätze für deutlich mehr Tierarten als Kirschlorbeer oder Thuja.
- Blumenwiese statt Rasen: Schon ein Teil des Rasens, der nur noch zwei- bis dreimal jährlich gemäht wird, entwickelt sich zu einer artenreichen Wiese.
- Wildbienenhotel: Markhaltige Stängel, angebohrte Hartholzblöcke oder Bündel aus Schilfrohr bieten Wildbienen Brutplätze.
- Stehendes Wasser: Selbst eine kleine Wasserstelle oder ein Miniteich zieht Libellen, Amphibien und Vögel an.
- Weniger ist mehr: Tolerieren Sie etwas Unordnung – wilde Ecken, Totholz und verblühte Stauden sind wertvoller Lebensraum.